Künstlergespräch. Und was bleibt.

Im Rahmen der Ausstellung „ÜberLebensKunst 2.0“ in der Drostei Pinneberg fand Anfang Februar ein Künstlergespräch mit mir statt. Martin Musiol hat mich zu meinen Arbeiten, meiner Haltung und meiner Arbeitsweise befragt.

Ein paar Tage später merke ich: Das Gespräch arbeitet noch.

Ich bin dankbar für alle, die gekommen sind. Für die Aufmerksamkeit im Raum. Für das Mitgehen im Gespräch. Und für Martin Musiol, der sich mit mir auf dieses Format eingelassen hat.

In der Vorbereitung musste ich Dinge benennen, die ich sonst einfach tue. Das hat geschärft. Meine Bilder entstehen intuitiv, ohne festes Ziel. Ich weiß am Anfang nie, was es wird. Erinnerungen fließen ein. Ich schaue, reagiere, entscheide. Mehr ist es nicht. Deshalb wollen meine Bilder nicht erklärt werden. Sie wollen erlebt werden.

Neu geordnet

In den letzten Monaten habe ich meine Arbeiten neu katalogisiert. Werkgruppen überprüft, Bilder neu zugeordnet, Titel hinterfragt. Was zunächst nach Ordnung aussah, war mehr als das. Beim Sortieren wurde sichtbar, was meine Arbeit zusammenhält. Und wo ich mich selbst verändert habe.

Vielleicht hat das Gespräch deshalb so nachgearbeitet. Vieles, was ich in den vergangenen Monaten für mich geklärt hatte, musste ich nun laut aussprechen.

Im Kontext

Im Gespräch wurde mir noch deutlicher, dass sich meine Arbeiten je nach Rahmen anders zeigen. Nicht, weil sie beliebig wären, sondern weil sie offen bleiben. Mit Titel anders als ohne. In einer Ausstellung anders als im Atelier.

„Ansicht(s)sache“, „Farben und Formen des Neuanfangs“, „ÜberLebensKunst 2.0“ – drei Kontexte, drei Verschiebungen. Perspektive. Aufbruch. Überlebenskraft.

Auch die Bilder selbst trugen früher andere Titel: „Vögel – grün“ und „Vögel – gelb“. Sachlich, beschreibend. Heute heißen sie „Choral in Gelb“ und „Stille Verbundenheit“. Das Bild bleibt dasselbe. Aber es wird anders gelesen.

Kurz vor dem Gespräch habe ich in einem der Bilder etwas entdeckt, das ich zuvor übersehen hatte. Das Bild ist seit zwei Jahren fertig und mehrfach gezeigt worden. Und doch wurde an diesem Tag etwas sichtbar, das immer da war, mir aber nicht bewusst war.

Die Reihenfolge

Aus dem Publikum kam die Frage, in welcher Reihenfolge die beiden Bilder entstanden sind. Für den Fragenden fühlte sich Stille Verbundenheit wie eine Fortsetzung an, vielleicht sogar wie ein Abschluss. Und tatsächlich war es so. Das Bild ist elf Monate nach dem ersten entstanden und war das letzte aus der Reihe mit Vogelmotiven.

Dieser Moment war wichtig für mich. Nicht, weil hier etwas „richtig erkannt“ wurde, sondern weil sich gezeigt hat, dass Bilder eine eigene Zeitlichkeit haben. Dass Zusammenhänge spürbar werden können, auch ohne Hintergrundwissen. Und dass ein Bild etwas abschließen kann, ohne dass dieser Abschluss vorher geplant war.

Was bleibt nach dem Gespräch?
Vielleicht, dass meine Bilder nicht mit dem letzten Pinselstrich enden.
Und dass ein Gespräch sie nicht erklärt, sondern weiterführt.

Kurz vor Gesprächsbeginn
Ausstellungseindruck

Post aus dem Atelier

Ab und zu schreibe ich dir: mit Einladungen zu Ausstellungen und Einblicken in meine Arbeit.

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